Haiti – Gewaltsame Proteste beinträchtigen die Projektaktivitäten

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In Haiti kommt es erneut zu gewaltsamen Protesten mit Verletzten und Toten. Die Demonstranten fordern die Absetzung der aktuellen Regierung von Präsident Jonevel Moïse. Dem Präsidenten und seinen Ministern wird unter anderem vorgeworfen, Gelder aus dem Petrocaribe-Programm veruntreut zu haben. Das Programm ermöglichte den Karibikstaaten billiger Erdöl aus Venezuela einzukaufen. Durch die grosse Krise in Venezuela ist dies nun nicht mehr möglich, was in Haiti zu einer anhaltenden Benzinkrise geführt hat.

Die andauernden Proteste und die Benzinkrise erschweren die Arbeit unserer Partnerinnen von YWCA Haiti erheblich. Die Versorgungs- und die Schulwege sowie die Wege zum Zentrum von YWCA Haiti sind aufgrund der Strassenbarrikaden oft nicht passierbar. Aus Sicherheitsgründen konnte das Zentrum in den letzten Wochen darum nur an 3 Tagen für die Mädchen geöffnet werden.

Laut Sandrine Kenol Wiener, der Zentrumsleiterin von YWCA Haiti, ist die Lage extrem angespannt und unberechenbar. Die gewalttätigen Proteste entstehen oft unmittelbar und ohne Vorwarnung. Im Moment geht es allen Mädchen, die sonst regelmässig ins Zentrum kommen gut. Die Mitarbeiterinnen achten darauf, dass sich niemand in Gefahr begibt und versorgen die Mädchen mit Lebensmittel und Hygiene-Sets. Alle hoffen, dass das Zentrum bald wieder regelmässig geöffnet werden kann. Solange die Proteste aber andauern, hat die Sicherheit der Mädchen oberste Priorität.

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Eine Mitarbeiterin von YWCA Haiti informiert die Mädchen über die Lage

Quellen:

https://www.nzz.ch/international/proteste-und-gewalt-legen-oeffentliches-leben-in-haiti-lahm-ld.1513322

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