2026 finden Wahlen in vier Horyzon‑Projektländern statt
2026 wird ein entscheidendes Jahr für vier Länder, in denen sich Horyzon engagiert: Uganda, Haiti, Nepal und Kolumbien. In allen stehen nationale Wahlen bevor – demokratische Meilensteine, die grosse Hoffnungen auslösen, aber auch Verunsicherung schaffen können. Für die Menschen vor Ort, besonders Jugendliche, die im Zentrum der Horyzon‑Projekte stehen, beeinflussen politische Entwicklungen den Alltag direkt: Sicherheit, Bildungschancen, politische Teilhabe und Zukunftsaussichten hängen davon ab. Die Wahlveranstaltungen selbst sind zudem häufig von Protesten und Sicherheitsproblemen geprägt.
Im Vergleich zur Schweiz, wo Wahlen stabil, transparent und mit freiem Zugang zu Informationen stattfinden, erleben viele Menschen in verschiedenen Ländern andere Realitäten. Gewalt, eingeschränkte Meinungsfreiheit und technische Hindernisse können Wahlprozesse erschweren. Für Horyzon und die lokalen Partnerorganisationen bedeutet dies, dass Projektaktivitäten während den Wahlen teilweise pausiert werden müssen. Reisen in die Länder sind in dieser Zeit nicht möglich, auch Online‑Besprechungen zwischen den Horyzon-Projektverantwortlichen und den lokalen Mitarbeitenden müssen oftmals abgesagt oder verschoben werden.
Uganda: Zwischen Veränderungswunsch und politischer Realität
In Uganda wurde am 15. Januar 2026 gewählt. Der Langzeitpräsident Yoweri Museveni ging erneut als Sieger hervor und tritt nun sein 40. Amtsjahr an. Die Wahlen waren von Einschränkungen begleitet: Das Internet wurde landesweit gesperrt, technische Probleme in Wahllokalen und die Festnahme von Oppositionsanhänger:innen sorgten für Kritik und beeinträchtigten das Vertrauen vieler Menschen in einen fairen Prozess. Besonders junge Menschen sehnen sich nach einem Wandel, dem mit der Wiederwahl von Präsident Museveni nicht entsprochen wird. Viele erleben täglich, wie schwierig es ist, sich frei zu äussern oder sich politisch zu engagieren. Die geflüchteten Jugendlichen, die im Horyzon-Projekt «Hope Beyond Borders» mitwirken, konnten zwar aufgrund ihres Status nicht wählen, doch können sie sich im Zuge des Projektes in Friedensgruppen oder Dialogen mit Politiker:innen einbringen.
Haiti: Hoffnung auf einen Neuanfang
In Haiti sollen 2026 erstmals seit zehn Jahren wieder nationale Wahlen stattfinden – der erste Wahlgang im August, der zweite im Dezember. Seit 2016 waren aufgrund der allgemeinen Situation und der Sicherheitslage keine Urnengänge möglich, die letzten Jahre wurde das Land von einer Übergangsregierung geführt. Der Wahlprozess steht weiterhin unter grossem Druck: Viele vor allem städtische Gebiete werden von bewaffneten Gruppen kontrolliert, was sichere Wahlen in weiten Teilen des Landes erschwert. Die Bevölkerung leidet seit Jahren unter einer tiefgreifenden humanitären und politischen Krise. Gewalt, fehlende staatliche Strukturen und eingeschränkte Bewegungsfreiheit prägen den Alltag. Viele hoffen, dass die Wahlen Stabilität, Sicherheit und Vertrauen zurückbringen – doch ohne ausreichenden Schutz und transparente Umsetzung bleibt der Prozess riskant.
Nepal: Junge Menschen prägen den demokratischen Wandel
Nepal wählt am 5. März 2026 ein neues Repräsentantenhaus. Insgesamt werden 275 Sitze vergeben: 165 davon per Direktwahl, die restlichen Sitze nach dem Stimmenanteil der Parteien. Die Wahlen folgen auf grosse von Jugendlichen angeführte Proteste im September 2025, die das Parlament zu Fall brachten und zu einer Übergangsregierung führten. Zum ersten Mal wurde in Nepal eine Frau als Premierministerin eingesetzt. Nach den Wahlen im März werden die Siegerparteien eine neue Regierung bilden und ein:e neue:n Premierminister:in wählen. Ob diese den Ansprüchen der jungen Generation entspricht, ist unklar. Die junge Generation spielt heute eine zentrale Rolle: Sie fordert mehr Transparenz, Mitsprache und eine Politik, die ihre Lebensrealität ernst nimmt. Die Wahlen bieten Nepal die Chance, sich nach turbulenten Jahren zu stabilisieren und neue Wege einzuschlagen.
Kolumbien: Eine Wahl im Zeichen der Polarisierung
Am 31. Mai 2026 wählt Kolumbien einen neuen Präsidenten, da der aktuell amtierende Gustavo Petro laut Verfassung nach einer Amtszeit nicht erneut kandidieren kann. Umfragen zeigen ein politisch gespaltenes Land mit mehreren starken Kandidat:innen und vielen unentschlossenen Wähler:innen. Kolumbien befindet sich weiterhin im Spannungsfeld zwischen Friedensprozess, wirtschaftlichen Herausforderungen und politischer Polarisierung, was sich besonders im Vorfeld von Wahlen jeweils auch an der noch angespannteren Sicherheitslage zeigt. Für die lokale Partnerorganisation von Horyzon und das Projekt «Paza la Paz» hat dies in den Monaten vor der Wahl ebenfalls einen direkten Einfluss auf die Aktivitäten, denn es gilt eine Sperrfrist für öffentliche Gelder, die in das Projekt fliessen. Für viele Menschen geht es bei den Wahlentscheidungen um Stabilität, Sicherheit und die Weiterführung oder Neuausrichtung zentraler Reformen. Besonders Jugendliche und marginalisierte Gruppen spüren die Folgen politischer Entscheidungen stark und hoffen auf eine Regierung, die ihnen neue Perspektiven eröffnet.
Quellen: wikipedia.org, Latin-american.news, caribbeannationalweekly.com, latinamericareports.com