Geflüchtete Jugendliche werden zu Mechaniker:innen
Im Februar reiste die Horyzon-Projektverantwortliche Elisha Frei nach Uganda, um «Hope Beyond Borders» im Rahmen von Monitoring- und Evaluationsaktivitäten zu besuchen. Sie war in den beiden Flüchtlingssiedlungen in Kiryandongo und Adjumani unterwegs, in denen Horyzon tätig ist und in erster Linie geflüchtete Jugendliche unterstützt. Vor Ort erhielt sie einen direkten Einblick in verschiedene Projektaktivitäten – darunter auch in neue Ausbildungsangebote, die 2025 starteten und bereits nach einer kurzen Einführungsphase erfolgreich laufen.
Ein Beispiel dafür ist die Berufsausbildung für angehende Motorradmechaniker:innen. In praxisnahen, rund dreimonatigen Kursen lernen die Jugendlichen, wie sie Motorräder warten und reparieren. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten sie ein staatlich anerkanntes Zertifikat. Da Motorräder in den Flüchtlingssiedlungen das wichtigste Fortbewegungsmittel sind, besteht eine grosse Nachfrage nach diesen Dienstleistungen. Dadurch eröffnen sich den Absolvent:innen der Ausbildung vielversprechende Chancen, eine selbstständige Existenz aufzubauen. Neben der Motorradmechanik stehen weitere Berufsausbildungen zur Wahl, darunter beispielsweise in den Bereichen Elektroinstallation, Schneiderei, Friseurhandwerk sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe. Jährlich erhalten 50 bis 60 Jugendliche, die den regulären Schulunterricht aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr besuchen können, die Möglichkeit, an diesen Ausbildungsprogrammen teilzunehmen. Da einige von ihnen nicht alphabetisiert sind, ergänzen Lese- und Schreibkurse das Angebot. Zusätzlich können sie Englischkurse besuchen, da diese Sprache in Uganda im Geschäfts- und Verwaltungsbereich eine zentrale Rolle spielt. Die Sprachförderung erleichtert nicht nur die wirtschaftliche Teilhabe, sondern auch die soziale Integration der Geflüchteten in die ugandischen Aufnahmegemeinden.
All diese Aktivitäten innerhalb von «Hope Beyond Borders» zur Ausbildung und zur schulischen Förderung sind besonders wichtig, da viele Geflüchtete in den Siedlungen unter der Armutsgrenze leben. Die hohe Arbeitslosigkeit und begrenzten Einkommensmöglichkeiten stellen grosse Herausforderungen dar. Durch gezielte Berufsbildung und Sprachförderung erhalten die Jugendlichen neue wirtschaftliche Perspektiven. Langfristig können sie dadurch ihre Lebenssituation nachhaltig verbessern und selbstbestimmt eine stabile Existenz aufbauen.