Neu gewählte Präsidenten in drei Horyzon-Projektländern
2026 ist ein prägendes Wahljahr für insgesamt vier Horyzon‑Projektländer: Uganda, Haiti, Nepal und Kolumbien. Horyzon hat darüber im Januar 2026 berichtet. Inzwischen fanden bereits in drei Ländern Präsidentschaftswahlen statt. Die Entwicklungen zeigen einmal mehr, wie stark politische Prozesse den Alltag der Menschen vor Ort beeinflussen – insbesondere jenen der Jugendlichen, die im Zentrum der Horyzon‑Projekte stehen. Denn Fragen nach Sicherheit, Bildungschancen, politischer Teilhabe und Perspektiven hängen eng mit den jeweiligen politischen Rahmenbedingungen zusammen. Für Horyzon und die lokalen Partnerorganisationen bedeutet dies weiterhin, flexibel auf Veränderungen zu reagieren und die Projektarbeit an die jeweiligen Kontexte anzupassen.
Uganda: Wiederwahl ohne grossen Wandel
In Uganda fanden die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am 15. Januar 2026 statt. Erwartungsgemäss konnte sich der langjährige Präsident Yoweri Museveni erneut durchsetzen und bleibt damit nach 40 Jahren weiterhin an der Macht. Offiziellen Angaben zufolge erreichte er rund 71 Prozent der Stimmen und tritt damit seine nächste Amtszeit an. Begleitet war die Wahl jedoch von verschiedenen Einschränkungen und Spannungen. Berichte über eine landesweite Internetsperre, technische Probleme in Wahllokalen sowie die Verhaftung von Oppositionsanhänger:innen warfen Fragen zur Fairness des Wahlprozesses auf. Für viele junge Menschen in Uganda bleibt die politische Situation damit ambivalent: Einerseits besteht ein deutlich spürbarer Wunsch nach Veränderung, andererseits zeigen die Wahlergebnisse, wie gefestigt bestehende Machtstrukturen weiterhin sind.
Nepal: Generationenwechsel an der Spitze
Einen ganz anderen Verlauf nahm die Wahl in Nepal. Dort wurde am 5. März 2026 ein neues Parlament gewählt – in einem Kontext, der von grosser gesellschaftlicher Dynamik geprägt war. Auslöser für die vorgezogene Wahl waren landesweite Proteste im Jahr 2025, die insbesondere von jungen Menschen getragen wurden und deren brutale Niederschlagung zu über 70 Todesopfern führte. Die Protestierenden richteten sich gegen die Abschaltung sozialer Medien, Korruption und fehlende Perspektiven. Die Wahl brachte schliesslich einen deutlichen politischen Umbruch: Die noch junge, reformorientierte Partei «Rastriya Swatantra Party (RSP)» gewann überraschend klar und stellt mit Balendra Shah einen ebenfalls noch jungen Premierminister. Dies kann als Ausdruck eines Generationenwechsels gewertet werden: Junge Wähler:innen haben ihre Anliegen sichtbar eingebracht und damit ein Zeichen für mehr Transparenz und Reformbereitschaft gesetzt. Noch wichtiger ist jedoch, dass die noch junge nepalesische Demokratie diese Bewährungsprobe überstanden hat und die etablierten Parteien für ihr Handeln abgestraft wurden. Gleichzeitig sind die Erwartungen an die neue Regierung hoch, insbesondere in Bezug auf Arbeitsplätze, wirtschaftliche Entwicklung und eine wirksamere Bekämpfung von Korruption.
Kolumbien: Stichentscheid folgt
Auch in Kolumbien hat sich die politische Lage im Verlauf des Frühjahrs weiterentwickelt. Bereits im März wurde ein neues Parlament gewählt, wobei das linke Bündnis «Pacto Histórico» als stärkste Kraft hervorgegangen ist, jedoch über keine Mehrheit verfügt. Diese Ausgangslage spiegelt eine zunehmend polarisierte Gesellschaft wider, in der politische Reformen, Sicherheitsfragen und wirtschaftliche Herausforderungen intensiv diskutiert werden. Die anschliessende Präsidentschaftswahl vom 31. Mai 2026 stellte daher einen wichtigen Moment für die zukünftige Ausrichtung des Landes dar. Im ersten Wahlgang setzte sich der rechtsgerichtete Kandidat Abelardo de la Espriella mit rund 44% der Stimmen an die Spitze, dicht gefolgt vom linken Kandidaten Iván Cepeda mit rund 41%. Da keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreichte, kommt es zu einer Stichwahl am 21. Juni 2026, an der sich entscheiden wird, wer künftig das Land führen wird. Bereits jetzt zeigt sich eine stark gespaltene Wählerschaft, und der Ausgang der Wahl wird für die zukünftige politische Ausrichtung Kolumbiens von grosser Bedeutung sein. Für viele junge Menschen bleibt entscheidend, ob die neue politische Führung Wege findet, Perspektiven zu schaffen und zentrale Herausforderungen wie Sicherheit, soziale Ungleichheit und wirtschaftliche Stabilität wirksam anzugehen.
Quellen: wikipedia.org, africanelections.org, bpb.de